Geschichte

Die Zeit der Pioniere 1897 - 1903

Sitzen Leute zusammen und soll Geselligkeit hochgeschrieben werden, so darf die Musik nicht fehlen. Diese Erkenntnis setzte auch für unsere Musikgesellschaft den Stein zur Gründung.

1897 wirbt der Gemeindewirt von St. Antoni, Peter Kaeser, bei seinen Gästen eifrig um Freunde der Musik. Tatsächlich gelingt es ihm, ein dreizehn Mann starkes Team von jungen St. Antonern zu motivieren. Unter der Leitung von Peter Zollet aus Pfaffenholz entstand die erste Blaskapelle.

Aller Anfang ist schwer - dieses weitbekannte Sprichwort bewahrheitete sich auch bei den St. Antoner Pionieren, die zu allererst auf Notenkenntnisse getrimmt werden mussten. Die Begeisterung flaute so schon bald einmal ab.

Nach einem kurzen Unterbruch konnte, wiederum auf Initiative von Peter Kaeser, der selber aktiv mitmachte, in der Person von Josef Roggo aus Heitwil ein neuer Dirigent gefunden werden. Um ihm den weiten Weg ein wenig abzukürzen wurden die Musikproben jeweils bei den Gebrüdern Zosso in Burg abgehalten. Als dritter Dirigent folgte Bartholomäus Ulrich aus Niedermuhren. Doch auch er vermochte den allmählich überhand nehmenden "Verleider" nicht aufzuhalten, so dass die erste Blaskapelle im sechsten Jahr des Bestehens zu existieren aufhörte.

 

Die Gründung der Pfarreimusik 1921

Der durch die alte Blaskapelle geschaffene Musikgeist gab nicht Ruhe, bis im Jahre 1921 eine neue Musikgesellschaft entstand. Pfarrer Xaver Straub wünschte sich für die hohen kirchlichen Festtage zur Verschönerung des Gottesdienstes eine Festmusik. Am 10. Oktober 1921 fand die konstituierende Versammlung statt.

Grosse Mühe bereitete die Besorgung von Musikinstrumenten. Während einige Musikanten die verbleibenden Exemplare der alten Blaskapelle weiterbenutzten, besorgten andere ihr Horn selber. Leihweise konnten einige Instrumente von der Kollegiumsmusik aus Freiburg besorgt werden.
1922 beschloss die Generalversammlung den Kauf von neuen Instrumenten. Jeder Musikant musste im Monat CHF 1.00 zur Tilgung der Schuld beitragen.
In den folgenden Jahren wurden die Instrumente nach Notwendigkeit ausgewechselt. Eine teilweise Neuinstrumentierung fand 1931 statt. Lieferant der Instrumente war die Firma Hoffmann aus Bern.

Mit dem Aufkommen von Bezirksmusikfesten und Musikanlässen, die über die Gemeindegrenzen hinausgingen, nahm der Wunsch nach einer äusseren Einheit immer mehr Gestalt an. Im Frühjahr 1932 wurde die erste Uniform zum Preis von CHF 136.00 pro Mann bestellt. Am Bezirksmusikfest vom 5. Juni 1932 in Rechthalten marschierten die St. Antoner Musikanten stolz in ihrer ersten neuen Uniform.

In diesem Jahr kam es auch zum Dirigentenwechsel. Durch den Wegzug von Lehrer Albin Zosso stand die Musik verwaist da. Mit dem Lehrer Peter Aerschmann konnte ein neuer Dirigent gewonnen werden. Er stand der Pfarreimusik als musikalischer Leiter von 1932 bis 1951 vor. 1951 musste Peter Aerschmann aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Ihm folgte Walter Riedo aus Tafers. Mit ihm errang die Pfarreimusik St. Antoni 1953 am Eidg. Musikfest in Freiburg Goldlorbeer.

Das 50-jährige Jubiläum 1971 galt als Aufbruch in eine neue Ära. Der neue Präsident Ignaz Ackermann leitete 1972 eine komplette Neuinstrumentierung ein, die 1974 abgeschlossen wurde. Ebenfalls 1972 wechselte die Pfarreimusik St. Antoni wegen ihrer überkonfessionellen Bedeutung auf den neutralen Namen Musikgesellschaft St. Antoni.

Durch ein Inserat kam 1975 der Kontakt zur Musikkapelle St. Georgen im Südtirol zustande. In diesem Jahr wagte die Musikgesellschaft St. Antoni den ersten Schritt ins Ausland. Eine lange Freundschaft zwischen den beiden Musikkapellen fand ihren Anfang und hat bis heute Bestand. Eine weitere unvergessliche Auslandreise war die Reise nach Rom. Die Musikgesellschaft St. Antoni durfte als offizielles Musikkorps an der Vereidigung der Schweizer Gardisten 1986 teilnehmen. Unvergesslich bleibt das Konzert auf dem Petersplatz anlässlich der Generalaudienz des Papstes. Gemeinsam mit der Gemeinde St. Antoni führte die Musikgesellschaft St. Antoni 1991 das Fest der Schweizer Gemeinden durch und unternahm 1992 einen Ausflug in die Innerschweiz. Auf dem „Weg der Schweiz“ besuchten die Musikanten die Wiege des Vaterlandes, das Rütli.

 

Jugendmusik

Im Herbst 1976 wurde auf Initiative der Schwester Johannes, den Schülern von St. Antoni ermöglicht, sich auf einem Musikinstrument ausbilden zu lassen. Es zeigte sich, dass das Interesse an der Blasmusik so gross war, dass 1978 unter dem Patronat der Musikgesellschaft die Jugendmusik St. Antoni gegründet wurde.